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Erfolg für Flüsse auf dem Balkan

Baustopp für Wasserkraftwerke in Bosnien-Herzegowina

Mit Unterstützung vieler NGOs und unseren Partnern Riverwatch und Euronatur konnte ein Teilerfolg gegen die Degradierung natürlicher Flüsse in Bosnien-Herzegowina erzielt werden: Das Parlament der Föderation hat ein Moratorium für alle neuen Kleinwasserkraftwerke im Land beschlossen! 

Die von uns unterstützte Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ setzt sich für den Erhalt der letzten naturbelassenen europäischen Flüsse am Balkan ein.  

In Bosnien-Herzegowina werden zurzeit so viele Wasserkraftwerke wie sonst nirgendwo in Europa gebaut und geplant. Zuletzt wurden fast täglich neue Konzessionen vergeben. Die rund 100 existierenden Wasserkraftwerke verursachen über weite Teile des Jahres ausgetrocknete Flussbetten sowie soziale Konflikte.  

Die Entscheidung des Parlaments für den Baustopp ist die Folge anhaltender Proteste im ganzen Land gegen den Bau von Wasserkraftwerken, die meist illegal errichtet und im Nachhinein genehmigt werden. Solche Machenschaften wurden während des Corona-Lockdowns sogar intensiviert, kamen aber trotz Ausgangssperre ans Licht der Öffentlichkeit. Der Schwenk der Regierung sieht nun vor, dass keine neuen Kraftwerke mehr genehmigt werden. Bei bereits laufenden Bautätigkeiten soll die Rechtmäßigkeit überprüft werden.  

Das ist ein Riesenerfolg vor allem für die vielen Umweltaktivisten in Bosnien-Herzegowina! Nur durch deren unerbittlichen Widerstand gegen die Flussdegradierungen ist diese Entscheidung zustande gekommen.  

Weitere Informationen finden Sie hier: Rettet das Blaue Herz Europas  

Stand 25.Juni 2020

"Lasst mich fließen!" Über 350 Menschen blockierten am 1. Juni eine Brücke über den Fluss Neretvica und verhinderten den Baubeginn. © Svjetlana Panic