Projektideenwettbewerb Küstenfeuchtgebiete
Zum Welttag der Feuchtgebiete 2025 hat die Manfred-Hermsen-Stiftung den vierten Projektideenwettbewerb zum Schutz der Küstenfeuchtgebiete an der ariden-semiariden Pazifikküste Südamerikas ins Leben gerufen. Von 43 Projektvorschlägen werden je drei Projekte in Chile, Peru und Ecuador gefördert. Dabei stehen Umweltbildung, angewandte Wissenschaft, Renaturierung und der Aufbau lokaler Kapazitäten im Fokus.
Durch den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Projekten, gepaart mit partizipativen Ansätzen auf lokaler Ebene, werden eine Vielzahl von Akteuren aus unterschiedlichen Bereichen und Gesellschaftsschichten erreicht und wichtige Fortschritte in der Umsetzung des Aktionsplans unserer Initiative erreicht.
Die neun Projekte des vierten Projektideenwettbewerbs
Umweltbildung und Dialoge mit lokalen Akteuren am Canal de Jambelí im Golf von Guayaquil, Phase III – Aves y Conservación, Ecuador
In diesem Projekt arbeitet Aves y Conservación mit den lokalen Gemeinden, Schulen und Behörden, um den Mangrovenschutz im Kanal von Jambelí im Süden von Ecuador durch Umweltbildung und Aktionen gegen die Meeresverschmutzung zu stärken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darin, die Einleitung von Plastik, Müll und Abwässern zu vermeiden und den Aufbau lokaler Strukturen für die Verwaltung und das nachhaltige Management der Mangroven zu fördern. Partizipative Ansätze verbinden Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit praktischen Aktivitäten und konkreten Maßnahmen zum verbesserten Management der wertvollen Mangrovengebieten.
Stärkung von Management und Governance in dem Mangrovengebiet Isla Bellavista – Fundación Ecológica Arcoiris, Ecuador
Mit dem Ziel, die gemeinschaftliche Governance und nachhaltige Nutzung des Mangrovenökosystems von Isla Bellavista zu festigen, liegt der Fokus dieses Projekts auf Ressourcen, die das Gebiet für die lokalen Gemeinden bieten, besonders der Mangroven-Archenmuschel. Durch die Zusammenarbeit mit Nutzergruppen, die Entwicklung von Bildungsmaterialien im lokalen Kontext und den Aufbau von Kooperationen mit akademischen und öffentlichen Institutionen, werden praxisnahe Ansätze für den langfristigen Erhalt des unter gemeinschaftlicher Nutzung stehenden Mangrovengebiets geschaffen.
Umweltbildungsprogramm für Bevölkerungsgruppen um das Feuchtgebiet der indigenen Gemeinschaft Las Tunas – Fundación Progreso Comunitario, Ecuador
In diesem Projekt wird mit lokalen Akteuren ein Umweltbildungsprogramm für Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte als zukünftige Multiplikatoren entwickelt. Im Fokus steht dabei das Feuchtgebiet Las Tunas in Manabí, Ecuador. Partizipative Lernmethoden und kreative Kommunikationsformate stärken die lokale Identifikation mit dem Feuchtgebiet sowie das langfristige Engagement zum Schutz der Biodiversität und Ökosystemleistungen. Das Programm wird in Abstimmung mit lokalen Bildungseinrichtungen erarbeitet und an bestehende nationale Rahmenwerke für Umweltbildung angebunden.
Schutz der Lebensräume wildlebender Arten in den Küstenfeuchtgebieten von Chaviña – AEDES, Peru
Das Projekt hat zum Ziel, die Lebensräume und Biodiversität der Küstenfeuchtgebiete von Chaviña durch angewandte Forschung, Bürgerwissenschaft und eine gestärkte lokale Governance zu sichern. Durch die Erhebung von wissenschaftlichen Daten zu Flora und Fauna werden Wissenslücken geschlossen und somit eine wirksame Schutzplanung ermöglicht. Parallel wird das Engagement lokaler Akteure gefördert und deren Koordination gestärkt, womit sich ein lokales Governance-Modell für den langfristigen Erhalt der Feuchtgebiete etablieren kann.
ALB-HUM: Stärkung des Umweltbewusstsein zum Schutz von Feuchtgebieten – CooperAcción, Peru
Dieses Projekt arbeitet mit acht Schulen in vier Küstenstädten von Peru. Mit einem spielerisch gestalteten Album zu Küstenfeuchtgebieten, das wissenschaftliche Informationen, Lernaktivitäten und Bezüge zu konkreten Feuchtgebieten vor Ort vereint, werden die Schüler für den Schutz der Feuchtgebiete sensibilisiert. Das Album ist so konzipiert, dass es sich an verschiedene Küstenregionen anpassen lässt und zukünftig noch in weiteren Schulen zum Einsatz kommen kann.
Hüterinnen des Feuchtgebiets: Governance und Bildung für gemeinschaftlichen Naturschutz – Turismo Cuida, Peru
Mit Fokus auf das Feuchtgebiet Pantanos de Villa in Lima, stärkt dieses Projekt inklusive Governance-Strukturen und Umweltbildung durch die Förderung von Frauen, die Beteiligung junger Menschen und das ehrenamtliche Engagement. Kapazitätsaufbau wird mit niedrigschwelligen Bildungs- und Kommunikationsformaten kombiniert, die den Zugang der lokalen Bevölkerung zum Feuchtgebiet und seiner Biodiversität erleichtern. Gleichzeitig wird die institutionelle Zusammenarbeit gestärkt, um eine langfristige Beteiligung unterschiedlicher Akteure zu fördern.
Schutz und Renaturierung des Feuchtgebiets Reloca – Fundación Malvarrosa, Chile
In diesem Projekt wird die wissenschaftliche Datengrundlage des Feuchtgebiets Reloca durch geomorphologische und ökologische Untersuchungen, einschließlich der Charakterisierung von Dünen, satellitengestützter Analysen der Vegetations- und Wasserdynamik, sowie Untersuchungen der Wasserqualität aktualisiert. Parallel dazu werden lokale Kapazitäten durch Schulungen für Mitarbeiter der Kommunen und die Einbindung der lokalen Bevölkerung gestärkt. Ein partizipativer Ansatz unterstützt die Erstellung einer illustrierten Karte des Feuchtgebiets als Grundlage für Umweltbildung und Renaturierungsmaßnahmen.
Zeugen der Küstenwüste: Wiederbelebung von Wissen zum Schutz des Feuchtgebiets der Mündung des Río Loa – Pontificia Universidad Católica de Chile (Wissenschaftsstation Loa UC), Chile
Dieses Projekt stärkt den Schutz des Feuchtgebiets der Mündung des Río Loa durch die Dokumentation und Inwertsetzung lokalen und indigenen Wissens, sowie dessen Integration in partizipative Ansätze der Umweltbildung und Governance. Ethnographische Arbeiten, ein kollektives digitales Archiv und öffentlich zugängliche Bildungsformate fördern eine biokulturelle Identität und Perspektiven für den Schutz von Feuchtgebieten in einer der trockensten Küstenregionen der Welt. Der Dialog zwischen lokalen Gemeinden und Institutionen bildet dabei eine zentrale Grundlage für ein langfristiges Engagement der Akteure vor Ort.
Schulung, Forschung und Dekontaminierung des Feuchtgebiets Mantagua mit recyceltem Haar – Fundación Matter of Trust Chile, Chile
Dieses Projekt verbindet Kapazitätsaufbau mit einem naturbasierten Ansatz zur Dekontaminierung und Restauration des Feuchtgebiets Mantagua. Lokale Akteure werden im nachhaltigen Management von Feuchtgebieten geschult, während gleichzeitig Biofilter aus recyceltem Haar zur Bindung von Schadstoffen aus dem Wasser erprobt werden. Durch die Verknüpfung von Schulung mit angewandter Forschung zum Zwecke der Restaurierung wird ein Ansatz erprobt, der später auch in anderen Feuchtgebieten zur Anwendung kommen soll.
