Cutting Carbon – Start unseres neuen EUKI-Projekts
Italien/Balkan: Biochar zur Kohlenstoffsenke, Bodenaufwertung und Unterstützung kleinbäuerlicher Baumkulturen
Die langjährige Arbeit der Manfred-Hermsen-Stiftung für den Erhalt artenreicher Agrarstrukturen am Ätna tritt mit diesem Projekt aus dem Schatten des Vulkans hinaus und integriert Regionen in anderen Teilen Italiens und auf dem Balkan. „Cutting Carbon“ wird wegen des angestrebten Beitrags zur signifikanten CO2-Sequestrierung aus EUKI-Programm-Mitteln des Umweltministeriums ko-finanziert. Das Projekt propagiert die Eigenherstellung von Pflanzenkohle aus Baumschnittmaterial und dessen Einsatz zur Bodenverbesserung auf Agrarflächen und für die Stadtbegrünung.
Hintergrund
Wie in ganz Europa, geben auch im Mittelmeerraum immer mehr Kleinbauern ihre Höfe oder landwirtschaftliche Nebentätigkeiten auf, was entweder zu Intensivierungen durch Zusammenlegen von Flächen, verbunden mit dem Verlust von ökologisch wertvollen Ackerrandstrukturen und vielfältigem Anbau, oder zur Verbuschung und Bränden führt. Eine weitere Beobachtung ist das besonders von Kleinbauern praktizierte klimaschädliche Verbrennen frischen Baumschnitts direkt an Ort und Stelle in Oliven- und Fruchthainen.
Wir sehen für die Bauern eine gute Chance, ihren Baumschnitt durch das Verwandeln in Pflanzenkohle für die Verbesserung des eigenen Bodens aufzuwerten und ein zusätzliches Einkommen durch Klimazertifikate zu generieren.
Das Projekt
Das Projekt konzentriert sich auf die Kohlenstoffbindung durch das Einbringen von Pflanzenkohle in den Boden, die zuvor aus Baumschnitt hergestellt wurde. Dies ist die vielversprechendste Strategie zur Eindämmung des Klimawandels, da pro Kilogramm Pflanzenkohle 2-3 kg klimaschädliches CO2 aus der Atmosphäre dauerhaft im Boden gebunden werden können. Obstbauern werden zu Klimaschützern!
Was bereits in kleinbäuerlichen Betrieben in Sizilien im Rahmen des Projekts „Humus per la Biosfera” und mit Unterstützung der Universität Catania erprobt wurde, wird nun in einem ähnlichen Umfeld auf dem Balkan getestet. Das Projektkonsortium besteht unter MHS-Leitung aus den NGO‘s Giacche Verdi Bronte auf Sizilien, EcoLogic in Nord-Mazedonien und Argonauta in Kroatien.
Das gemeinsam gewonnene Wissen und die praktischen Erfahrungen werden vor Ort in Workshops, Konferenzen und Seminaren verbreitet und im Rahmen einer Abschlusskonferenz in Griechenland an die Nachbarländer auf dem Balkan und die Europäische Kommission weitergegeben.
Tätigkeiten sind z.B. das Experimentieren mit verschiedenen Methoden der Pflanzenkohleproduktion, Schulung von Partnern und die Verbreitung von Informationen, sowie Förderung eines Systems für Emissionszertifikate, die ökologische Kriterien berücksichtigen und auch Kleinbauern zugutekommen können. Auch die Eruierung von Geschäftsmöglichkeiten kleiner Pyrolyse-Start-Ups im ländlichen Raum ist Teil des Projektvorhabens. Ein weiterer Aspekt ist die Werbung für Stadtbegrünung mit Hilfe von Pflanzenkohle. Begleitende Umweltbildung für Schulkinder und Öffentlichkeitsarbeit werden vor Ort in drei Ländern durchgeführt.
Die teilnehmenden europäischen Freiwilligen und Studierenden sind eine besondere Bereicherung für die drei Partnerländer, da sie ihre eigenen Ideen und Fähigkeiten einbringen und die Projektinhalte nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatländer tragen können.
