Stop Ilisu – Rettet Hasankeyf!

Internationale Kampagne gegen das Skandalprojekt Ilisu-Staudamm

Der Ilisu-Staudamm im Südosten der Türkei verwandelt 400 Flusskilometer des „biblischen Flusses“ Tigris in einen Stausee - es ist eines der derzeit schlimmsten Staudammvorhaben der Welt. Er zerstört dabei 12.000 Jahre alte Kultur - darunter eine der ältesten Städte der Welt, Hasankeyf. Es ist zudem eine ökologische Katastrophe und vertreibt zigtausende Menschen aus ihrer Heimat. Die Manfred-Hermsen-Stiftung war maßgeblich an der Kampagne beteiligt.

Der Staudamm soll prognostizierte 50 Jahre Strom für weit entfernte Metropolen liefern. Obwohl das Projekt gegen westliche Standards verstößt, wollten sich Unternehmen, Banken und Regierungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz mit technischem Knowhow, Krediten und Haftungsbürgschaften daran beteiligen. Doch die Europäischen Regierungen sind, erstmalig in der Geschichte ihrer Exporthaftungen(!), im Juli 2009 aus dem Staudammprojekt ausgestiegen. Der Grund sind nichterfüllte Auflagen an die Türkei, die an den Vertrag gekoppelt waren und auf welche die Stop-Ilisu-Kampagne stetig aufmerksam gemacht hatte. Dies war der erste große und überaus wichtige Erfolg des internationalen Protestes, der Kampagne „Stop Ilisu – Rettet Hasankeyf“.

Die Manfred-Hermsen-Stiftung engagierte sich seit Sommer 2006 gegen den Ilisu-Staudamm und stellte einen Kampagnenleiter ein, der bis zum Rückzug der europäischen Unterstützer im Jahr 2009 die europaweite Widerstandsbewegung koordinierte und die Kräfte bündelte. Dazu trug ebenfalls die von der Stiftung erstellte Kampagnen-Homepage www.stopilisu.com bei. Parallel hat die Manfred-Hermsen-Stiftung eine türkeiweite Kampagne unter der Leitung der Umweltorganisation Doğa Derneği aufgebaut, mit der sie in engem Austausch stand und die sie zeitweise mit deutschen Volontären unterstützte. In dem Zuge konnte auch ein Informationszentrum in Hasankeyf mit Doğa Derneği und der lokalen Widerstandsbewegung „Initiative zur Rettung von Hasankeyf“ gegründet werden. Es diente vor Ort als Anlaufstelle für lokale, türkische und ausländische Besucher. In Bremen koordinierte die Stiftung Unterschriftenaktionen und gewann Politiker sowie viele prominente Schauspieler zur Unterstützung der Kampagne.

Der Etappensieg des Ausstiegs der Europäer aus dem Ilisu-Projekt konnte den Staudammbau leider nicht verhindern. Die türkische Regierung konnte, begünstigt durch ihren Wirtschaftsaufschwung, inzwischen eine eigene Finanzierung auf die Beine stellen. Sie führte den Staudammbau vehement voran und siedelte das Dorf Ilisu (mit existenziellen Nachteilen für seine Bewohner!) um.

Weitere Informationen
Ilisu-Broschüre (pdf) 

RiverWatch: www.riverwatch.eu

Climate Crimes – ein Dokumentarfilm über die  Umweltverbrechen durch Bioenergie und Wasserkraft

Mehr als 2 Jahre lang hat sich unser Ilisu-Kampagnenleiter Ulrich Eichelmann  auf die Spuren von Klimaschutzprojekten und "grünen Energien" begeben. Er besuchte dazu die Mesopotamischen Sümpfe im Irak, die Urwälder Amazoniens und Indonesiens, und Schutzgebiete in Norddeutschland. Der Film zeigt auch Hasankeyf und den Beginn des Baus des Skandalprojektes Ilisu. „Climate Crimes“ wurde Anfang 2013 in verschiedenen deutschen Städten vorgestellt und kann bei RiverWatch auch als DVD erworben werden.