Sizilien

Ein Biosphärenreservat für Sizilien

Naturschutz und nachhaltige Entwicklung

Ausgehend von der Beschäftigung mit Naturschutz, Umweltbildung und der noch größtenteils traditionellen kleinbäuerlichen Landwirtschaft am Ätna, hat die Manfred-Hermsen-Stiftung 2009 die Errichtung eines UNESCO Biosphärenreservats angeregt. Damals auf Sizilien noch recht unbekannt, haben sich kaum Behörden, dafür aber viele Privatpersonen und Vereine für das Konzept des “Man-and-Biosphere“-Programms interessiert und die Möglichkeiten einer Inwertsetzung ihrer Heimat erkannt. So ist eine „Grasswurzelbewegung“ entstanden und ein Förderverein, der inzwischen alle vorgesehenen 23 Gemeinden hinter sich bringen konnte und die Idee für ein solches Schutzgebiet nach Rom trägt.

Hintergrund
Seit 2005 engagiert sich die Stiftung in diversen Projekten auf Sizilien, u.a. für den Schutz der Wildkatze. Besonders im Norden und Osten der Insel ist ihr Habitat verbreitet. Dabei sind neben den geschützten Lebensräumen des Ätna, Nebrodi- und Madoniegebirges auch die kleinbäuerlichen Strukturen zwischen diesen Naturparks als Wanderkorridore für die Tiere von großer Bedeutung. So ist die Idee entstanden, diese Lebensräume und Wanderkorridore der sizilianischen Wildkatze in einem Biosphärenreservat zu vereinen. Das ursprüngliche Planungsgebiet von rund 300.000 Hektar, das alle drei Naturparks umfassen sollte, begrenzen wir zur besseren Umsetzbarkeit zunächst wieder und betrachten die uns am wichtigsten erscheinende Region der beiden Flusstäler des Simeto und Alcantara, die beide im Nebrodigebirge entspringen und in zwei Richtungen nach Osten und Süden halbkreisförmig um den südlich vom Quellgebiet liegenden Ätna fließen.

Typische landwirtschaftliche Produkte und Zonierung des geplanten Biosphärenreservates
Typische landwirtschaftliche Produkte und Zonierung des geplanten Biosphärenreservates

Das Projekt
Unser Planungsgebiet bietet bereits alles, was ein Biosphärenreservat ausmacht und hat darüber hinaus ein großes Entwicklungspotential:
Der noch reiche Naturschatz, die Vielfalt der Nutztierrassen und alten Ackersorten, eine Fülle an lokalen Spezialitäten, das noch vorhandene traditionelle Wissen um Heil- und Küchenkräuter, Handwerk sowie die geschichtsträchtige und touristisch attraktive Landschaft sind Werte in einer weitestgehend wirtschaftlich „benachteiligten Region“. Sie sollten durch ein Biosphärenreservat erhalten, kultiviert und ausgebaut werden. Die typischen Struktur- und Grenzelemente in der Landschaft wie Hecken und Trockenmauern müssen als wertvolle Kleinlebensräume und für die Migration der Wildkatze zwischen den Wäldern am Ätna und im Nebrodigebirge erhalten bleiben. Entwicklungsziele sind ein verbessertes Management der bereits bestehenden Schutzgebiete, die Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, die Beseitigung wilder Müllhalden, die Förderung erneuerbarer Energien und des öffentlichen Nahverkehrs sowie ein zusammenhängendes (Natur-)Tourismuskonzept.

Die Projekt-Internetseite lautet www.terrebiosfera.org [auf Italienisch]

Weitere Dokumente
2019 Dossier der UNESCO-Kandidatur [auf Italienisch]
2016 Machbarkeitsstudie [auf Italienisch]
2014 Informationsbroschüre [auf Italienisch]
2012 Eine erste Begutachtung ddes Untersuchungsgebietes durch deutsche Experten. [auf Deutsch]

Dieses Projekt wird unterstützt von Volontären des Europäischen Freiwilligendienstes

Europäisches Solidaritätskorps