Kranich, Moorschutz Russland
Moorschutz Russland

Mutterland des Kranichs

Moorschutz nördlich von Moskau

Die Manfred-Hermsen-Stiftung sieht besonders in Russland erhebliches Potential, auf großen Moorflächen bedeutende Mengen an Kohlenstoff zu binden und Emissionen einzusparen. Zugleich bieten diese Projekte die einmalige Gelegenheit, den Schutz und die Entwicklung von bedrohten Lebensräumen und Arten zu fördern. 

Nicht zuletzt muss erwähnt werden, dass Moore einen erheblichen Wert im Arten- und Biotopschutz bedeuten. Neben vielen bedrohten Vogelarten, wie z.B. Kranich und Schelleadler, kommen die Wiedervernässungen in Osteuropa hauptsächlich einer bedrohten typischen Moorflora entgegen, die sogar unter günstigen Bedingungen wieder aktiv Moorwachstum bewirken können. 

Einige Tierarten wie der Biber profitieren nicht nur von der Wiedervernässung, sondern bewirken sie sogar durch ihre besondere Lebensweise. Bereits viele Wiedervernässungen sind unfreiwillig zustande gekommen und nicht immer werden diese willkommen geheißen, weswegen der Biber nicht überall im Osten beliebt ist. 

Das Projekt
Der Graue Kranich, wie bekannt, benötigt nasse Sümpfe und Bruchwälder zum Brüten. Intakte oder wiedervernässte Moore sind genau der richtige Lebensraum, wie viele Renaturierungen auch in Norddeutschland gezeigt haben. Das Mutterland Kranich-Projekt in Taldom liegt ca. 80 km nördlich von Moskau (s. Karte) und hat den Grauen Kranich als Zeigerart für ihre Schutzbemühungen ausgewählt. 

Hier arbeiten wir zusammen mit unserem Partner „Birds Russia“, eine junge Naturschutzorganisation, die sich den modernen Herausforderungen des neuen Russlands stellt und sich noch im Aufbau befindet. Unsere Stiftung ermöglicht die Etablierung von „Birds Russia“ durch die Unterstützung gerade in seiner Aufbauphase und konnte hierfür auch den deutschen BirdLife-Partner, den NABU, gewinnen. 

Das erste geplante Wiedervernässungsprojekt Boblik in Taldom, an dem wir beteiligt sind, umfasst ca. 30 ha und liegt am Rande des Schutzgebietes „Mutterland des Kranich“. Neben dem Kranich wird insbesondere auch der Schelladler von den Maßnahmen profitieren. Zusätzliche Hilfsmaßnahmen wie Nestunterlagen helfen, dass sich die gesunde örtliche Population stärken wird. 

Die Stiftung fördert auch Projekte in der Pasad Greg’ory Region und finanzierte die Errichtung eines kleinen Umweltbildungszentrums in Taldom. Dieses Infozentrum soll die wichtige Aufgabe erfüllen, das immer noch weit verbreitete schlechte Image des Moores als „Unland“ in ein neues Bild von Moor zu ändern, das die Werte des Moores hervorhebt. Dies ist gerade in der Nähe der Großstadt Moskau von großer Bedeutung. 

Weitere Modellvorhaben liegen östlich von Moskau im Tugolesskiy Moor, wo 200 ha Abtorfflächen wiedervernässt werden. Hier gilt es vor allem die regelmäßig aufflammenden Moorbrände zu stoppen und gleichzeitig typische Moorarten wie das Birkhuhn zu fördern.

Weitere Informationen: Veröffentlichung zur Wiedervernässung in der Moskauregion