Mangrovenschutz in Myanmar

Die über 3000 km lange Küste von Myanmar ist reich an Mangroven und anderen Küstenbiotopen. Weltweit steht das Land an achter Stelle mit gut 500,000 ha verbleibenen Mangroven. Sie zählen jedoch mit zu den bedrohtesten Ökosystemen der Welt und sind gerade im Bereich des Ayeyarwady Deltas stark durch Raubbau und Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen und Aquakultur bedroht. In der südlichen Provinz Taninthary befinden sich noch weite Bereiche von alten und artenreichen Mangrovenbeständen, die nun auch durch menschliche Eingriffe stark bedroht sind.

Die Stiftung betrachtet, wie anderswo auch, die Integration der umliegenden bewohnten Gebiete in das Schutzkonzept als wichtig und setzt sich deshalb langfristig für die Einrichtung großflächiger Biosphärenreservate (UNESCO Man and Biosphere-Programme) um die Schutzgebiete ein.

Hintergrund
Schon seit mehreren Jahren unterstützt die MHS Naturschutzprojekte in Myanmar, das auch als Birma bekannte tropische Land in Südostasien. Viele Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit in 1962 hat sich das Land im Gegensatz zu den meisten Ländern Südostasiens kaum entwickelt und so ist noch viel Natur erhalten. Doch der Druck einer wachsenden Bevölkerung und Konsumgesellschaft wird immer stärker spürbar. Auch die sehr willkommene demokratische Öffnung der Gesellschaft erzeugt große Herausforderungen an den Naturschutz im Lande.

In Verbindung mit dem seit vielen Jahren unterstützten Löffelstrandläufer-Schutzprojekt hat sich die Stiftung zunehmend dem Schutz der Küstenbiotope gewidmet. Der Mangrovenwald steht besonders unter Druck. Im Ayeyarwady Delta sind bereits 80% der Mangroven verloren oder degradiert. Nur noch kleine Reste sind als  Schutzgebiet erhalten. Ein weiteres Ramsargebiet bezieht dieses letzte Mangrovenrefugium zusammen mit den umgebenen Wattflächen von insgesamt 50,000 ha ein und erhöht damit die Zahl der Ramsarschutzgebiete im Land auf vier.

Das Projekt 

Die MHS plant gemeinsam mit der international aktiven Naturschutzorganisation Fauna Flora International (FFI), das Küstengebiet am Ayeyarwady Delta gemeinsam mit den örtlichen Kommunen in ein UNESCO Biosphärenreservat zu entwickeln. Die gerade erfolgte Auszeichnung als Ramsargebiet hilft dabei entscheidend.

Myeik Archipel: In Taninthary, der südlichen Grenzregion zu Thailand, gibt es immer noch weitflächige, große und oft ungestörte Mangrovenwälder, Wattflächen, Waldinseln und Korallenriffe. Auch hier regen wir derzeit erste Planungen an, um weite Küstenbereiche als Biosphärenreservat zu entwickeln und Kernbereiche als Ramsargebiete auszuweisen.

Zu diesem hochgradig gefährdeten Gebiet um die Region von Myeik haben wir bereits Bestandserhebungen und auch erste Workshops mit lokalen NGOs und der Universität  durchgeführt. Die Schutzausweisung ist ein langwieriger Prozess und bedarf eines langen Atems und der Mitwirkung vieler Partner. 

Gemeinsam mit FFI hat die Stiftung in den letzten Jahren mehrere Vogelbestandaufnahmen und Erfassungen des Mangrovenbestandes durchgeführt. Erste Ergebnisse liegen vor (siehe Bedeutung der Myeik Mangroven für Watvögel - Wader Study). Mit Unterstützung der UNESCO ist die Stiftung wesentlich an der Entwicklung eines Biosphärenreservats beteiligt. Kernbereiche, die besonders wertvoll für die reiche Wasservogelwelt sind, sollen als Ramsargebiete ausgezeichnet werden.

Für den Schutz der wertvollen Mangrovengebiete hat sich die Stiftung gemeinsam mit anderen Organisationen und Institutionen aus benachbarten Ländern mit Hilfe der UNESCO zu einem Mekong Mangrove Forum zusammengeschlossen.

Weitere Informationen

The Mangroves of Myanmar [Englisch]

Presseartikel zu den Mangroven des Irrawaddy (Ayeyarwaddy) Delta am 18.04.2019 und am 23.04.2019 [Englisch]